Nasenchirurgie

Die Nase ist eine wesentliche, das Gesicht prägende Struktur. Umgangssprachlich unterscheidet man zwischen Hakennase, Sattelnase u. ä. Fast jeder kennt Menschen, die über eine Deformierung ihrer Nase klagen oder aber insgesamt mit ihrem äußeren Erscheinungsbild unzufrieden sind. Die häufigsten Korrekturen umfassen in diesem Bereich die Abtragung von Höckern, Verschmälerung von Nasen, aber auch die Veränderung der Nasenspitze, hier vor allen Dingen eine Spitzenanhebung/ Verbesserung der Spitzenprojektion oder eine Verschmälerung der Nasenspitze. Die Nasenchirurgie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vor allen Dingen durch Jack Joseph in Berlin geprägt und für die Neuzeit begründet. Erste operative Nasenkorrekturen gehen aber zurück bis in die Zeit vor Christus.

Heute unterscheiden wir als Zugangsweg zur Nase im Wesentlichen folgende zwei verschiedene Techniken: den sog. open und den close approach. Wie der Name es schon sagt stellt man im einen Fall das Nasenskelett offen dar, im anderen operiert man durch in der Nase befindliche Inzisionen, nutzt also einen sog. geschlossenen Zugang. Der open approach eröffnet durch einen Schnitt im Bereich der Columella, des sog. Nasenfußes und wird dann in das Innere der Nase hinein extendiert. Dann gelingt es mit einer feinen Präparierschere die bedeckende Haut und das subkutane Fettgewebe vom Nasenskelett abzulösen und sich das knöcherne und knorpelige Nasenskelett darzustellen. Im Bereich der Nasenspitze werden vor allen Dingen die sog. Flügelknorpel reduziert und die Nasenspitze durch unterschiedliche Arten von freien Knorpeltransplantaten, die z. B. aus der Nasenscheidewand gewonnen werden können, aufgebaut. Im Bereich des Nasenrückens kann man zum einen reduktive Maßnahmen mit dem Meißel oder einer Raspel vornehmen oder aber z. B. auch mittels Transplantaten von der Rippe oder aber auch mit Fremdmaterialtransplantaten (Silikon, Gore) die Nase aufbauen. Für den Fall einer deutlichen Reduktion des Nasenrückens besteht die Notwendigkeit einer sog. lateralen Osteotomie. D. h. der seitliche Nasenknochen wird dann nach einer entsprechenden Lösung mit einem feinen Osteotom nach innen bewegt. Auf diese Art und Weise verhindert man die Entstehung eines sog. open roof (offenes Dach). Daneben gibt es auch noch verschiedene Eingriffe der funktionellen Nasenchirurgie, die einen operativen Eingriff nötig machen können und auch zusammen mit kosmetischen Korrekturen an der Nase durchführbar sind. Hier ist vor allen Dingen das Problem der Septumdeviation zu nennen, das zu Nasenatmungsbehinderungen führen kann und die Problematik von sog. hypertrophen, d. h. verdickten Nasenmuscheln, die oftmals die Luftpassage verlegen. Folge von verdickten Nasenmuscheln und einer Verkrümmung der Nasenscheidewand sind oftmals dann auch Entzündungen im Bereich der Nasennebenhöhlen als Folge einer mangelhaften Belüftung derselben.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die operative Nasenchirurgie heute in der Lage ist jede Nasendeformität zu korrigieren. Der Aufwand unterscheidet sich hier in Abhängigkeit von dem ursprünglichen Bild oder aber auch dem Nasendefekt z. B. nach ablativer Tumorchirurgie. In den Händen eines erfahrenen Gesichtschirurgen ist die Nasenchirurgie heute aber eine sichere Methode. Sie setzt ein gutes Vertrauensverhältnis und eine gute Zusammenarbeit zwischen Operateur und Patient voraus, da es oftmals notwendig wird kleinere Nachkorrekturen durchzuführen.

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