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Zahnarztangst

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Fast jeder erinnert sich an unangenehme Erlebnisse beim Zahnarzt. Oftmals gehen diese Erinnerungen in die Kindheit zurück, als man das erste Mal einen Zahnarzt aufsuchte, der einem mit unangenehmen Instrumenten und pfeifenden Geräuschen Schmerzen an den Zähnen bereitete. Den meisten Patienten gelingt es aber, dieses traumatische Kindheitserlebnis adäquat zu verarbeiten. Man lernt dass es gelingt, mit Hilfe von Spritzen, eine Schmerzfreiheit der Behandlung zu erreichen und dass auch bei umfangreicheren Behandlungen die Einnahme von Medikamenten postoperative Schmerzen beseitigt.

Es gibt jedoch auch einen zunehmend großen Patientenkreis, dem diese Verarbeitung eben nicht gelingt. Sie haben auch noch als Erwachsene unüberwindbare Ängste zum Zahnarzt zu gehen und weichen jeder Behandlung aus. Oftmals haben diese Patienten über zehn bis 20 Jahre keinen Zahnarzt gesehen. Nach einigen Jahren setzen aber die unaufhaltsamen Prozesse der Zahnerkrankung ein. Es beginnt oftmals mit einer kleinen Karies, die dann immer größer wird, bis der Zahn schließlich abbricht. Es schließen sich Entzündungen im Bereich des Zahnfleischs an und oftmals ist es dann ein ganz akuter Prozess, z. B. ein Abszess, der den Patienten dann zwangsläufig zum Zahnarzt bringt.

Hier stellt sich dann die Frage, wie am effektivsten eine Behandlung durchgeführt werden kann. Nur eine Notfalltherapie durchzuführen und den Patienten dann wieder nach Hause zu schicken, wäre fahrlässig dem Patienten, aber auch der Gemeinschaft der krankenkassenversicherten Patienten gegenüber. Beginnt nämlich nicht spätestens hier eine suffiziente Therapie ist davon auszugehen, dass durch Krankenhausaufenthalte und operative Maßnahmen sehr hohe Kosten entstehen. Aus diesem Grunde ist es also notwendig, bereits am Tag des ersten Kontaktes im Rahmen z. B. einer Abszessinzision, sich Gedanken mit dem Patienten zu machen über das weitere Vorgehen bei der Behandlung.

Für kleinere Maßnahmen wie ein oder zwei Füllungen, ist vor allen Dingen die Hypnose eine sehr gute Behandlungsunterstützung. Sind jedoch umfangreiche operative Maßnahmen erforderlich (z. B. Entfernung aller Weisheitszähne, Entfernung multipler Wurzelreste, Kieferhöhlenrevision etc.) reicht die Hypnose nicht. Hier muss dann die Narkose eingesetzt werden. Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass auch die Narkose – im Fall des Vorliegens einer medizinischen Indikation – eine Kassenleistung ist. Die Krankenkassen haben nämlich sehr wohl verstanden, dass es im Zweifelsfall sinnvoller ist eine Narkose zu bezahlen, als später einen zweioder dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt. Im Rahmen eines Eingriffes in Intubationsnarkose in einem spezialisierten Zentrum kann dann eine umfangreiche Sanierung erfolgen. Im Rahmen der ersten Hauptsitzung werden dann zerstörte Zähne entfernt, Füllungen eingebracht, Wurzelkanalbehandlungen oder auch Wurzelspitzenresektionen durchgeführt. Weitere Maßnahmen, wie z. B. eine Parodontose- Behandlung oder umfangreichere prothetische Maßnahmen, müssen sich dann zu einem späteren Zeitpunkt anschließen. Sehr oft haben wir festgestellt, dass nach einer erfolgreichen Behandlung in Narkose, in deren Rahmen die wesentlichen, schmerzenden Läsionen beseitigt worden sind, der Patient auch wieder Vertrauen in die Zahnheilkunde fasst und für kleinere Maßnahmen auch die Angst überwindet, sich in lokaler Betäubung behandeln zu lassen.

Wichtig ist es also, als Angstpatient nicht die Hoffnung auf eine Zahnsanierung zu verlieren, sondern sich nach entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten zu erkundigen. Am besten geschieht dieses über das Internet oder das Telefonbuch, wo mittlerweile fast in jeder Großstadt Zentren aufgeführt sind, die sich auf diese umfangreiche, langwierige Therapie eingestellt haben. Wichtig ist es aber auch, die Angehörigen in die Behandlung mit ein zu binden. Oftmals ist es die Ehefrau oder sind es die Eltern, die den Angstpatienten schließlich davon überzeugen, doch einmal einen Behandlungsversuch in Narkose zu unternehmen.

Bei Kleinkindern ergibt sich hieraus zudem die Möglichkeit, eine Traumatisierung des Kindes beim Zahnarzt zu vermeiden und damit in der Zukunft einen Angstpatienten weniger zu haben.

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