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Die Schönheit des Gesichtes

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Die Schönheit des Gesichtes ist ein Phänomen, das sowohl in der Kunst als auch in der Philosophie, der Medizin und der Zahnmedizin immer wieder beschrieben worden ist. Geistesgrößen von Leonardo Da Vinci über Goethe bis zu Naturwissenschaftlern wie dem Anthropologen Farkas, dem Gesichtschirurgen Schuchardt, haben sich immer wieder Gedanken zu diesem Phänomen gemacht. Entscheidend ist diese Fragestellung vor allem für das Fachgebiet der Kiefer- und Gesichtschirurgie, nachdem dieses die Fachdisziplin ist, die die Relationen und Verhältnisse im Gesichtsbereich ändern kann. Auch die Zahnmedizin trägt wesentlich zur Ästhetik des Gesichts bei.

Was definiert nun ein schönes Gesicht?

Auch hier haben sich die Auffassungen über die Jahrtausende deutlich geändert. Galt früher die sog. „griechische Nase“ mit einem fließenden Nasenübergang vom Nasenrücken in die Stirn als Schönheitsideal, so ist dies heute eher die geschwungene kleine „Stupsnase“ mit einem definierten Nasenrücken.

Wesentliches Kriterium für ein harmonisches Gesicht ist das Verhältnis zwischen Stirn, Mittelgesicht und Untergesicht. Das Mittelgesicht beschreibt die Strukturen zwischen Augenhöhle und Oberkiefer, das Untergesicht die darunter gelegenen Strukturen bis zum Kinn. Als ideal wird hier eine vertikale Drittelung der Strukturen angesehen. Ein zu niedriger Haaransatz mit einer verkürzten Stirnpartie verleiht einem Gesicht einen verschlossenen und oftmals als unfreundlich empfundenen Eindruck. Auch ein zu langes Mittelgesicht als Folge eines überlangen Oberkiefers stört die Harmonie des Gesichts wesentlich.

Neben den skelettalen Strukturen des Gesichts, die diese Drittelung als Harmoniekriterium bestimmen, sind auch das Verhältnis der Zahnlängen zu den Zahnbreiten und die Definition von Ober- und Unterlippe wesentlich. Sollte sich hier nun eine Disharmonie auftun, so ist der Weg zum Gesichtschirurgen die richtige Schlussfolgerung. Durch skelettale Vermessungen, die über Jahrzehnte entwickelt wurden, lässt sich hier die Harmonie auch in Zahlen fassen.

Die skelettalen Strukturen lassen sich dann durch operative Eingriffe verändern. So kann z. B. der Oberkiefer, wenn er vom Mittelgesicht gelöst worden ist, durch die Abtragung von bis zu 1cm Knochen deutlich nach oben verlagert werden. Auch das Untergesicht kann z. B. durch eine Kinnplastik mit Interposition von Knochen oder durch Herausnehmen einer Knochenscheibe verlängert oder verkürzt werden. Die Kiefer werden dann wieder mit feinen Osteosyntheseplatten aus Titan in der zuvor am Computer oder im Labor (mittels Nutzung von Gesichtsbögen und Artikulatoren) bestimmten Position fixiert. Diese ideale Position kann mittels Gesichtsbogens auch während der OP eingestellt werden. Sollte neben der reinen vertikalen, d. h. der Längenveränderung des Gesichts auch eine Verschiebung in der Horizontalen erforderlich sein, ist oftmals die Hinzuziehung eines Kieferorthopäden oder eines Prothetikers notwendig, da dann die Okklusion, d. h. die Beziehung der Zähne zueinander, neu festgelegt und stabilisiert werden muss.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die uns von der Natur vorgegebenen Gesichtsformen, sowohl bzgl. der Länge als auch der Breite des Gesichts, veränderbar sind. In der Vertikalen geschieht dieses durch die beschriebenen operativen Eingriffe der Le-Fort-I-Osteotomie bzw. durch die sagittale Spaltung nach Obwegeser- Dal-Pont. Im Bereich der Jochbögen kann z. B. eine Auflagerungsplastik oder die Einbringung von Implantaten erfolgen. Wichtig ist aber hier – wie bei allen anderen Eingriffen im Bereich des Gesichts – dass der dafür ausgebildete Facharzt für Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie im Rahmen einer sicheren Struktur den Eingriff durchführt.

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