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Die Gesichtsform

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Die Form des Gesichtes geprägt durch das Zusammenspiel von Ober-, Mittel- und Untergesicht, prägt in entscheidender Weise unser äußeres Erscheinungsbild. Ganz natürlich ist es daher, dass bereits seit langem die operativen Veränderungen in diesem Bereich einen großen Teil der Gesichtschirurgie ausmachen. Wir hatten bereits über kieferverlagernde Eingriffe als Möglichkeit der operativen Korrektur von Kieferfehlstellungen berichtet. Daneben gibt es aber auch primär kosmetisch begründete Eingriffe, die sich mit der Veränderung der Gesichtsform beschäftigen.

Ein wesentlicher Aspekt der Gesichtsform ist hierbei die Form des Kieferwinkels. In Abhängigkeit von ethnischem Hintergrund, findet man hier typische Erscheinungsbilder. Charakteristisch ist z. B. der breite Gesichtsschädel bei asiatischen Patienten von der koreanischen Halbinsel oder auch als Charakteristikum einer slawischen Gesichtsform. Oftmals findet man hier, wie auf dem beiliegendem Röntgenbild erkennbar, Exostosen im Bereich des Muskelansatzes des großen Kaumuskels (Musculus masseter). Diese Charakteristika kann man nun bei Wunsch des Patienten und nach vorhergehender gründlicher Aufklärung operativ korrigieren. Ein derartiger Eingriff sollte natürlich nur von einem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie durchgeführt werden, der allein im Rahmen der Facharztausbildung für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie die notwendigen Kenntnisse bezüglich des operativen Vorgehens im Gesichts- und Kieferbereich erworben hat.

Man kann hier nun von intraoral zuerst den Muskelansatz ablösen und dann mit einer oszillierenden Säge den überschüssigen Knochen entfernen. Hierbei ist es nicht nur möglich die Exostosen zu beseitigen sondern der Kieferwinkel kann auch komplett neu geformt werden, indem man ihm z. B. eine runde Form durch Resektion des rechtwinkligen Kieferwinkels gibt. Der Muskel wird dann später angelagert und nach sorgfältigem Wundverschluss verbleibt der Patient dann in kiefer- / gesichtschirurgischer Kontrolle. In aller Regel wird man eine intravenöse Antibiose durchführen. Oftmals wird es notwendig, diesen Eingriff z. B. auch mit einer Fettabsaugung im Kieferwinkelbereich oder unter dem Kinn zu kombinieren. Auf diese Weise kann man die Verschmälerung des Gesichtes durch eine modellierende Osteotomie zusätzlich unterstützen. Bei der Fettabsaugung im Kopf-, Halsbereich ist genauso wie am restlichen Körper, die so genannte nasse Technik (wet technic), das am häufigsten genutzte Verfahren. Dabei wird eine speziell zusammengesetzte Lösung in das subkutane Fettgewebe eingespritzt um hier eine Verflüssigung zu erreichen, so dass dann das Fett mit sehr feinen Kanülen abgesaugt werden kann.

Die Kombination von resezierendem Eingriff am Kieferwinkel und Fettabsaugung ist grundsätzlich, sowohl ambulant als auch in Lokalanästhesie durchführbar. Oftmals sind es aber die Patienten die aufgrund der geringeren nervlichen Belastung ein Vorgehen in Intubationsnarkose wünschen. Diesem Wunsch kann bei nicht vorliegen von Risikofaktoren in aller Regel auch entsprochen werden. Am Anfang steht immer eine ausgeprägte Schwellung nach einem derartigen Eingriff. Diese bildet sich jedoch rasch zurück, so dass man bereits nach 2 Wochen einen ersten Eindruck von einer neuen Gesichtsform erhält.

Wie bei allen plastisch-, kosmetischen Eingriffen im Gesichtsbereich, sollte der interessierte Patient eine Beratung bei einem entsprechend ausgebildeten Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen suchen, da hier die notwendigen Kenntnisse des operativen Vorgehens im Gesichtsbereich vorliegen.

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